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Vorbericht: Internationales Kriterium mit absoluter Weltklassebeteidigung in Groß-Gerau Drucken E-Mail
Donnerstag, 22 April 2004
Das Team Rollerblade Deutschland ist mit 4 Mann beim größten und wichtigsten Deutschen Bahnrennen vertreten. Matthias Schwierz wird bereits am Samstag ab 10 Uhr beim Internationalen Sprintcup in Groß-Gerau an den Start gehen und hofft auf einen Podestplatz. Für Robert Hirsch und Pascal Ramali, die fast täglich in Groß-Gerau auf dieser Bahn trainieren, ist dieser Wettkampf ein wahres Heimspiel und demzufolge ist die Motivation entsprechend hoch. Nico Wieduwilt wird beim Kriterium für seinen Heimatverein an den Start gehen und hofft auf ein gutes Gesamtresultat. Bernhard Krempl und Kai Menze verzichten auf den Start beim Kriterium. Sie werden das Team Rollerblade am Sonntag beim Karstadt-Marathon in Dortmund vertreten.

Das 26. Internationale Speedskating Kriterium am 24. /25. April in Groß-Gerau hat in diesem Jahre seine über die Jahre kontinuierliche Entwicklung zu dem europäischen Spitzenwettkampf überaus deutlich bestätigt. Trotz eines inzwischen verhängten Meldestopps erreicht es die Rekordzahl von 685 Teilnehmern. Der vorausgegangene 3-Pisten Wettkampf an Ostern in Südfrankreich ist zwar der einzige europäische Wettkampf mit einer höheren Teilnehmerzahl, hat aber mit nur einem Rennen pro Tag ein minimales Wettkampfprogramm. Das Groß-Gerauer Kriterium bietet dagegen in den beiden obersten Wettkampfklassen, den Aktiven (Hauptklasse) und Junioren A, mit je sechs Strecken praktisch das volle Programm der Disziplinen wie an einer EM oder WM.

Deswegen besonders attraktiv und auf Grund der bewiesenen Präsenz internationaler Spitzenläufer schicken in zunehmenden Maße andere europäische Nationen ihre Nationalteams nach Groß-Gerau. Als Rekord sind dieses Jahr sieben Nationen (Australien, Frankreich, Belgien, Dänemark, Niederlande, Finnland, Liechtenstein) mit Nationalteams, zum Teil Aktive und Junioren, vertreten, so dass allein 80 Läufer im Landestrikot antreten. Aber auch aus anderen Ländern der Schweiz, Italien, Großbritannien, Tschechien, Ungarn und selbst USA und Neuseeland sind Spitzenläufer über ihre Vereine am Start. So hat sich der Ausländeranteil erneut erhöht. Mit 344 Sportlern stellt das Ausland diesmal mehr als die Hälfte aller Sportler.

Die Starterliste zeigt illustre Namen bekannt von internationalen Meisterschaften, wie die beste Speedskaterin aller Zeiten, die 29-fache Weltmeisterin, Theresa Ryan (geb. Cliff), beständige Leistungsträgerinnen aus Frankreich wie Nathalie Barbotin, Estelle Fluorens, von Belgien Ann Thys, Els Fierens, Wendy Vallons, Jelle Spruyt, England mit Leon Flack, der Schweiz mit Franziska Stampfli, Nadine und Alain Gloor oder dem besten Sprinter Australiens Gary Ryan – um nur einige Namen zu nennen. Dies ist eine Herausforderung für alle deutschen Kaderläufer wie die vertretenen A-Kader Sportler Michaela Neuling, Nico Wieduwilt (Gera), Jana Gegner (Berlin), Tina Strüver (Halle), Mathias Schwierz (Tuttlingen) und die Groß-Gerauer Benjamin und Daniel Zschätzsch. Allerdings wird der beste deutsche Speedskater Christoph Zschätzsch aus beruflichen Gründen nicht antreten. Für alle deutschen Läufer ist Groß-Gerau ein Qualifikationswettkampf für das deutsche Nationalteam. Von den deutschen Vereinen stellt nach Groß-Gerau der RSV Gera mit 39 Läufern das zweitstärkste Kontingent.

Durch diese Entwicklung hat sich auch die Struktur des Kriteriums deutlich gewandelt.. Waren vor Jahren bei diesem Wettkampf für alle Altersklassen die jüngeren Klassen dominant, so liegt jetzt die Hauptbeteiligung bei Aktiven und Junioren, also den Läufern die auch für internationale Meisterschaften wie EM und WM nominierbar sind. So stellen die Meldungen bei den Aktiven mit 112 Herren und 64 Damen einen neuen Rekord dar. Die großen Felder in diesen Klassen, mit ihren vielen Strecken, Vor- und Zwischenläufen sind auch für die Wettkampf-Organisation immer wieder eine Herausforderung. Für die Wettkampfabwicklung wird ein hochrangig besetztes Wettkampfgericht sorgen. Allein zehn beim Weltverband FIRS und drei beim europäischen Verband CERC akkreditierte Kampfrichter mit EM und zum Teil WM Erfahrung leiten die Rennen. Sechs FIRS Kamprichter aus England, Frankreich Schweiz, Dänemark und Ungarn unterstreichen den internationalen Charakter der Veranstaltung.

Bei den vorliegenden Meldungen werden weitere positive Entwicklungen deutlich, die sich derzeit im Speedskating Sport abzeichnen. Die Attraktivität dieses Sports manifestiert sich inzwischen mit riesigen Teilnehmerzahlen bei den großen Marathons bei einem großen Anteil älterer Jahrgänge. Für den eigentlichen Wettkampfsport mit Bahnrennen wie in Groß-Gerau fehlt es jedoch meist an Technik und Taktik in den Altersklassen. Deshalb ist die Meldung von 78 Altersklassenläufern - ein weiterer Rekord - ein deutliches Anzeichen, dass nun auch die technischen Disziplinen vom Inline-Boom zu profitieren beginnen.

In ähnlicher Weise hatten sich neugegründete Speedskating-Vereine nur auf Marathons konzentriert und so kaum Nachwuchsarbeit betrieben. Daher kamen die Teilnehmer an Bahnrennen, mit ihrer sportlichen Breite, aus einer überschaubaren Zahl etablierter deutscher Vereine. Auch hier scheint sich eine Wandlung zu vollziehen. Von den 72 verschiedenen Vereinen und Gruppen, die für das Kriterium gemeldet haben, sind allein 16 jüngere deutsche Vereine, die bisher nicht bei hochrangigen Bahnrennen aufgetreten sind. Die Groß-Gerauer Veranstaltung wird so eine breite Darstellung des derzeitigen Speedskatings als Wettkampfsport bieten.

Die Wettkämpfe beginnen am Samstag (24.April) mit dem 2. Internationalen Sprintcup auf der 200m Bahn im Skatepark am Hallenbad von Groß-Gerau. Um 12 Uhr folgen die Qualifikationsläufe der Aktiven Herren über die 500m Distanz. Nach der Eröffnung um 13 Uhr beginnt das Wettkampfprogramm aller Klassen auf der 300m Bahn. Höhepunkt und Abschluss am Samstag sind die 20000m Ausscheidung der Aktiven Herren. Wettkampfbeginn am Sonntag ist 9 Uhr, wobei der Vormittag zunächst den Schüler- und Jugendklassen gehört. Ab 11.30 folgen die 1000m Vorläufe der Aktiven. Das Nachmittagprogramm ab 13 Uhr endet am Spätnachmittag mit den spannenden Staffelrennen der Junioren und Aktiven.

Otto Titze/ Kai Menze, 19.04.2004

Offizielle Webseite
www.speedskater-kriterium.de
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